Vital- oder Medizinalpilze sind weltweit bekannt dafür, dass sie das Immunsystem durch ihre beta-Glucane stimulieren können. Eine Vielzahl von in-vitro Versuchen bestätigt ihre Wirkung. Jedoch können die beta-Glucane nur in geringen Mengen vom Körper aufgenommen werden, da sie schwer wasserlöslich sind. Ein neues Herstellverfahren eines bayerischen Start-up Unternehmens, das die immunstimulierenden beta-Glucane bioverfügbar macht, ändert dies und eröffnet damit für Medizinalpilze neue Wege in der Immuntherapie.

Beta-Glucane sind die wichtigsten Bestandteile von Vitalpilzen und für die Immunstimulation verantwortlich. Glucane kommen in der Natur als Bestandteile der Zellwände von Pilzen, einigen Pflanzen und Bakterien vor. Sie sind Polysaccharide, aufgebaut aus einzelnen Glukoseeinheiten, die unterschiedlich miteinander verknüpft sein können. Beta-Glucane sind sogenannte pathogen-assoziierte Strukturen. Ohne den vollständigen Erreger lösen sie eine Immunaktivierung aus, rufen jedoch keine Krankheitssymptome hervor.

Als Lieferanten für beta-Glucane kommen Hafer, Gerste, Hefe und Vitapilze in Frage. Dabei unterscheiden sich vor allem die Stärke und Art der Verzweigung der Glukoseeinheiten zwischen den einzelnen Organismen.

Beta-1,3-1,6 Glucane mit kurzen Abständen zwischen den Verzweigungen sind immunstimulierender

In Hafer und Gerste liegen beta-1,3-1,4-Glucane vor, die vor allem für ihren Cholesterin-senkenden Effekt bekannt sind. Ihre immunstimulierende Wirkung ist jedoch deutlich geringer als die der beta-1,3-1,6-Glucan Verbindungen, da sie nicht von dem wichtigen Dectin-1-Rezeptor der Makrophagen (Fresszellen) erkannt werden können2).
Hefe enthält langkettige beta-1,3-1,6-Glucane. Die Abstände zwischen den 1,3-1,6-Verzweigungen sind größer als bei beta-1,3-1,6-Glucanen, die in Vitalpilzen vorkommen.

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Beta-Glucan-Typen unterschiedlicher Organismen, deren schematische Struktur und Beschreibung (nach: Volman, J.J. (2003). Dietary modulation of immune function by beta-glucans. Dissertation.)

Nur in Vital-Pilzen findet man beta-1,3-1,6-Glucane mit kurzen Abschnitten zwischen den 1,3-1,6-Verzweigungen. Diese Struktur ist besonders wichtig für eine effektive Immunstimulation, da für eine optimale Bindung an den Dectin-1-Rezeptor auf Immunzellen eine 1,3-1,6-Verzweigungen vorliegen muss.
Agaricus blazei Murill enthält sowohl einen hohen Anteil an den immunstimulierenden beta-1,3-1,6-Glucanen, als auch ein breites Spektrum an weiteren Polysaccharidverbindungen mit unterschiedlichsten Verzweigungen und Molekulargrößen. Diese Vielfalt ermöglicht eine optimale Immunaktivierung durch beta-Glucan-Verbindungen.

Vitalpilze stimulieren das angeborene Immunsystem

Beta-Glucane werden über spezielle Rezeptoren (Dectin-1 u. a.) von Makrophagen (Fresszellen) erkannt und aufgenommen. Die Zellen sind in der Lage, die beta-Glucane zu zerkleinern und die Bestandteile auf ihrer Oberfläche zu präsentieren. Dadurch aktivieren die Fresszellen die Bildung von weiteren Zellen für die Immunabwehr im lymphatischem Gewebe, die dann im Blut- und Lymphsystem den Körper vor neuen Erregern schützen können.

Beta-Glucan sind schwer wasserlöslich und damit ungenügend resorbierbar

Ein Nachteil von beta-Glucanen ist jedoch ihre schwere Wasserlöslichkeit. Damit können sie vom menschlichen Organismus nur schlecht aufgenommen werden.

Damit Vitalpilzprodukte vom Organismus aufgenommen werden können, müssen sie die natürliche Barriere der Darmschleimhaut überwinden. Diese lässt nur Partikel mit bis zu 10 µm passieren, bevorzugt jedoch solche mit einer Größe von 0,5 µm. Dies haben Tierversuche gezeigt. „Werden nun herkömmliche Vitalpilzprodukte, die in Kapseln abgefüllt sind, in einer Flüssigkeit aufgelöst, die dem physiologischen Milieu des Dünndarms entspricht, so stellt man fest, dass etwa 90 Prozent der Partikel dieser Vitalpilzprodukte zu groß sind, um die natürliche Barriere des Dünndarms passieren zu können.“, so Dr. Brand von Apurano Life Sciences GmbH.

HighTech aus Bayern macht Vitalpilze optimal resorbierbar und verstärkt damit deren Immunkraft

Die ungenügende Resorbierbarkeit von beta-Glucanen kann durch eine Erfindung des bayerischen Start-up Unternehmens Apurano Life Sciences GmbH geändert werden. Mit dem zum Patent angemeldeten Herstelltechnologie APTech kann Apurano den ganzen Pilzkörper mit seinen beta-Glucanen in eine flüssige Form bringen, die optimal vom menschlichen Organismus aufgenommen werden können. Dies ist ohne den Einsatz von Chemie und jeglicher Konservierungsstoffe möglich. APTech ist ein physikalisches Verfahren, das den gesamten Pilzkörper verflüssigt und damit seine Vitalkraft erhält und zudem potenziert, da die immunstimulierenden beta-Glucane nun optimal vom Organismus aufgenommen werden können.

Gemäß den Untersuchungen von Apurano sind folgende Faktoren von Vitalpilzprodukten bestimmend für die Stimulation des Immunsystems:

  • Partikelgröße
  • Partikelanzahl
  • Art der beta-Glucan-Verzweigung

Die Größe der Partikel bestimmt zum einen die Aufnahmefähigkeit des Produkts in den Körper. Die Mundschleimhaut lässt nur Partikel passieren, die kleiner als 0,4 µm sind, die Darmschleimhaut nur solche bis 10 µm, jedoch bevorzug Partikel die etwa 0,5 µm groß sind.
Die Größe der Partikel bestimmt zum anderen auch deren Aufnahmefähigkeit durch die Fresszellen des Immunsystems, sobald die Partikel über die Barriere der Mund- oder Darmschleimhaut gelangt sind. Fresszellen (Makrophagen) des Immunsystems nehmen am besten Partikel mit einer Größe unter 0,5 µm auf. Partikel, die größer als 4,5 µm sind, werden zu 80% schlechter aufgenommen. Ab einer Partikelgröße von 15-25 µm stoßen die Fresszellen an ihre Grenzen und können diese Partikel nicht mehr aufnehmen. Zur Erinnerung: Partikel von konventionellen Vitalpilzprodukten, die im Dünndarm gelöst werden, sind zu 90% größer als 10 µm.

Das Immunsystem wird umso besser stimuliert, je mehr beta-Glucan-Partikel den Fresszellen zur Verfügung stehen. Gemäß den Untersuchungen von Apurano sollten jeder Fresszelle im Körper ca. 1000 beta-Glucan-Partikel zur Verfügung stehen. Dieses große Angebot an beta-Glucan-Partikeln sichert eine sehr gute Immunstimulation, wie die Wissenschaftler von Apurano herausgefunden haben.
Produkte mit deutlich größeren beta-Glucan-Partikeln enthalten auch bei gleicher Konzentration sehr viel weniger beta-Glucan-Partikel. Dadurch stehen den Fresszellen weniger beta-Glucan-Partikel zur Verfügung, die sie zudem schlechter aufnehmen können. Daher ist bei den herkömmlichen Produkten mit einer geringen Immunstimulation zu rechnen.

Nur Vitalpilze besitzen die kurzkettigen beta-1,3-1,6-Glucan Verbindungen, die für die Immunstimulanz am besten geeignet sind. Andere beta-Glucane können von den Dectin-1-Rezeptoren nicht so effektiv gebunden werden und damit kann das Immunsystem nichtausreichend aktiviert werden.

Freistaat Bayern fördert Apurano

Auch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie bewertete das APTech-Verfahren von Apurano als besonders innovativ, und fördert es seit 2014 im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsprojekts. „Wir haben mit APTech eine Plattformtechnologie entwickelt“, so Dr. Brand, Geschäftsführer der Apurano Life Sciences GmbH, „die es uns erlaubt, alle schwer wasserlöslichen Pflanzen oder Pilze in ihrer Gesamtheit optimal resorbierbar zu machen. Damit können wir die Wirkung von Heilpflanzen oder Vitalpilzen vielfach potenzieren oder deren Wirksamkeit erst ermöglichen. Dies wollen die Forscher von Apurano nutzen, um auch zukünftig Arzneimittel zu entwickeln.“

Ab September 2016 wird APUXAN, ein Immunaktivator aus dem Mandelpilz Agaricus blazei Murill, hergestellt mit APTech, im Apothekenversandhandel verfügbar sein. Weitere Produkte werden 2017 folgen.

Ein AktivSpray bringt die Wirkstoffe direkt in den Körper

Neben dem Herstellverfahren APTech hat sich Apurano eine innovative Applikationsart zu Eigen gemacht, um die Wirkstoffe schnell in den Körper zu bringen. Nachdem die Partikel der mit APTech hergestellten Produkte kleiner als 0,4 µm sind, können diese von der Mundschleimhaut sehr gut aufgenommen werden. Deswegen füllt Apurano seine Produkte in ein AktivSpray ab, das natürlich ohne Konservierungsstoffe und Alkohol auskommt, da es in der höchsten Reinraumklasse A abgefüllt wird. Damit folgt Apurano einem klaren Trend und öffnet seine Produkte der Anwendung von Kindern.

Manchmal muss High Tech angewendet werden, um die Vitalkraft der Natur für uns Menschen nutzbar zu machen. High Tech aus Bayern.




1) Wang, Q., and Ellis, P.R. (2014). Oat beta-glucan: physico-chemical characteristics in relation to its blood-glucose and cholesterol-lowering properties. Br J Nutr 112 Suppl 2, S4-S13.
2) Adams, E.L., Rice, P.J., Graves, B., Ensley, H.E., Yu, H., Brown, G.D., Gordon, S., Monteiro, M.A., Papp-Szabo, E., Lowman, D.W., et al. (2008). Differential high-affinity interaction of dectin-1 with natural or synthetic glucans is dependent upon primary structure and is influenced by polymer chain length and side-chain branching. J Pharmacol Exp Ther 325, 115-123.


Apurano – High Tech in Life Sciences

Apurano Life Sciences GmbH wurde Anfang 2014 gegründet und hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von hochwertigen und ernährungsphysiologisch wirksamen Nahrungsergänzungsmitteln spezialisiert. Hierzu setzt Apurano seinen zum Patent angemeldeten physikalischen Herstellverfahren APTech ein, das die gesamte Heilpflanze oder den Heilpilz mit seinen wasserunlöslichen Bestandteilen als Ganzes in eine für den Körper optimal resorbierbare flüssige Form bringt. Dieser Prozess kommt ganz ohne chemische Zusätze oder sonstige Lösungsmittel aus.


Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:

Apurano Life Sciences GmbH
Dr. Werner Brand
Geschäftsführer

Birkerfeld 12
83627 Warngau

werner.brand(at)apurano.de
Tel: 08024 46869-01